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Ali Baba und die vierzig Räuber - Die 270. Geschichte aus Tausend und einer Nacht

Nahezu Jeder kennt die sagenumwobenen Geschichten von Tausend und einer Nacht. Für Klein und Groß enthält die Geschichtensammlung spannende und aufregende Inhalte, die den Leser in eine andere Welt hineinversetzen.

Eine Geschichte davon handelt von Ali Baba und den vierzig Räubern, die durch den Orientalisten Antoine Galland, 1709 hinzugefügt wurde. Dieser hat die 270. Geschichte durch einen syrischen Geschichtenerzähler erfahren und in Paris niedergeschrieben.

 

Ali Baba und die vierzig Räuber

 

Wovon handelt die Geschichte Ali Baba und die vierzig Räuber?

Die Geschichte handelt von zwei Brüdern, die gegensätzlicher nicht handeln konnten, um an Reichtum zu gelangen. Als der Vater der Brüder, Kasim und Ali Baba verstarb, vermachte er ihnen was er im Laufe des Lebens erarbeitet hatte.

Die beiden Brüder teilten sich das Erbe, waren jedoch nicht mit Zufriedenheit gesegnet, sondern wünschten sich gleichermaßen noch mehr Luxus, Prunk und Pracht. Anstatt sparsam mit dem Vorhandenen umzugehen, ließen sie es sich gutgehen und waren schnell arm geworden, sodass eine weitere Lösung für das Problem der Begierde gefunden werden musste.

Kasim Baba entschied sich, eine Ehe ohne Liebe einzugehen, um an den verlorengegangenen Reichtum und Status zurück zu gelangen. Ali Baba hingegen ist in der Geschichte, ein bescheidener und ärmlicher Mann, der sich sein tägliches Brot im Wald, mit Holzfällerarbeiten verdient. Er verzichtet auf den Reichtum, wenn ihm dazu allein der Weg des Bruders offensteht.

Er heiratete aus Liebe, jedoch heiratete er eine Frau, die noch weniger besaß als er selbst. Eines Tages kam er zufällig mit seinem Esel an einer Höhle vorbei und bemerkte, wie Räuber eine Karawane überfielen und die Schätze in einer Höhle unterbrachten. Das Tor der Höhle öffnete sich mit den Worten „Sesam öffne dich“.

Unterdessen wartete Ali Baba hoch oben im Baum darauf, dass die Räuber die Höhle wieder verließen. Es dauerte eine geraume Weile, bis die Räuber wieder heraustraten und Ali Baba konnte sehen, dass sie die Höhle ohne ihre Beute verließen. Er wartete geduldig noch eine Weile und als er sich in Sicherheit fühlte, kletterte er vom Baum und er trat vor den Felsen. Ali Baba sprach dieselben Worte, die auch die Räuber gesprochen hatten und auch bei Ihm öffnete sich das Tor.

Als er durch die Höhle hindurch ging staunte er, denn überall waren die Schätze und Diebesgüter gelagert. Der fromme und gottesfürchtige Mann fing an sich Gedanken zu machen. Ist es in Ordnung, den Räubern das Diebesgut zu entwenden? Ist es mit dem göttlichen Bewusstsein vereinbar, jemanden zu bestehlen, auch wenn es sich dabei um gestohlene Schätze handelt? Wem haben die Schätze gehört und würde es den Räubern überhaupt auffallen, wenn ein kleines Säckchen voll mit Edelsteinen fehlt?

All diese Fragen quälten Ali Baba und er beschloss sich lediglich einen Sack mit Goldmünzen zu füllen. Zuhause berichtete er alles seiner Frau, die sich in Kürze von der Tat überzeugen lies und sich schnell für den gewonnenen Reichtum begeistern konnte. Sie beschloss sich von Kasim Babas Ehefrau eine Waage auszuleihen, um den Sack mit Gold wiegen zu können.

Die Ehefrau des Bruders war jedoch sehr neugierig und beschloss hinter das Geheimnis zu kommen, indem sie Talg auf die Unterseite der Waage strich. Nachdem sie ihre Arbeit getan hatten brachten sie die geliehene Waage zurück, doch es befanden sich an der Unterseite der Waage und schnell kam Neid und Zwietracht in den Beiden auf.

Kasim sprach Ali auf das Gold an und Ali verriet seinem Bruder das Geheimnis und erzählte von der Höhle und den unsagbaren Schätzen darin. Auch die Zauberworte verriet er seinem Bruder und dieser machte sich schnurstracks auf den Weg zum Felsen. Karim entschloss sich, umfangreich mit Gold einzudecken und ging mit mehreren Eseln los.  

Als er die Zauberworte sprach, öffnete sich das Tor, wie es der Bruder beschrieben hatte und er konnte ungehindert in die Höhle eintreten. Er füllte sich die Taschen und wollte sich auf den Weg nach Hause machen. Jedoch vergaß er die Zauberworte und konnte die Höhle nicht mehr rechtzeitig verlassen. Mit Sorge hörte er, wie sich die Räuber dem Versteck näherten und er bekam es mit der Angst zu tun.

Der Anführer bemerkte den versuchten Diebstahl sofort und wurde darüber sehr zornig. Als die Räuber die Höhle betraten entfachte ein wilder Kampf. Kasim gelang es, den Anführer außer Gefecht zu setzen, indem er ihm eine Kürbisflasche an den Kopf warf. Jedoch waren da noch die anderen Gesellen, die darum bemüht waren, Kasim eine Lehre zu erteilen.

Mit einem Schwert wurde ihm der Kopf abgenommen und als Warnzeichen bahrten die Räuber, den Leichnam, neben den Schätzen auf. Indessen machte sich die Ehefrau Kasims große Sorgen, denn sie wartete lange und niemand kam. Nachdem sie ihren Schwager Ali unterrichtete, machte dieser sich auf, um den Bruder zu suchen.

Als er den toten Bruder in der Höhle fand, nahm er ihn mit, auf den Rücken seines Esels und brachte ihn zurück nach Hause. Ali Baba war nach des Bruders Tod ein reicher Mann geworden und er ließ die Sklavin Mardschana in sein Haus. Währenddessen warteten die Räuber auf die Wiederkehr des Diebs und nach einer Weile beschlossen sie diesen ausfindig zu machen und schmiedeten zahlreiche Pläne, um den Dieb zu finden.

Mehrere Räuber wurden in die Stadt geschickt um die Häuser zu kennzeichnen, doch Mardschana kam den Räubern dazwischen, indem sie die Kennzeichnungen an den Häusern vornahm. Somit konnte der Anführer das Haus nicht ausfindig machen, sodass er sich mehrmals verkleidete. Als Ölhändler verkleidet schaffte es der Räuber, sich bei Ali Baba einzuquartieren.

Der Räuber plante eine hinterhältige Metzelei und wollte den Gastgeber und die Familie umbringen. Als sich die Sklavin etwas Öl vom Ölhändler borgen wollte ging sie in den Stall und bemerkte die Räuber, die sich in riesigen Krügen versteckt hielten. Sie kochte das Öl heiß, brachte es in den Stall und begoss die Männer damit, sodass diese starben.

Der Anführer war nun alleine und überlegte mit seinem Reichtum, ein neues Leben in der Stadt zu beginnen, wobei er auf den Vetter Alis stieß. Dieser erzählte dem Räuber vom plötzlichen Reichtum Alis und dieser war sich sicher, den richtigen Mann gefunden zu haben. Als ein festlicher Abend mit dem verkleideten Räuber anstand, tanzte Mardschana für die Männer und verzauberte ihre Sinne.

Sie erkannte den Ölhändler wieder und legte die mörderischen Pläne vor der Gesellschaft offen. Der Räuber wurde festgenommen. Mardschana die Sklavin konnte die Familie vor dem grausamen Racheplan des Räubers bewahren und wurde zum Dank freigelassen.

Gold, Silber, Edelsteine und Reichtum waren dem Holzfäller Ali Baba nun egal und er sehnte sich nach einem glücklichen und freien Leben. So ließ er die Schätze der Räuber in der Höhle schwor sich, niemals jemandem, von den Zauberworten zu erzählen. Er war sich sicher, dass diese Schätze Unheil über die Besitzer brachten und starb mit seinem Geheimnis, nach vielen glücklichen Jahren.

 

Fazit

Die Geschichte zeigt auf, dass sich im Leben nicht alles nur um Geld dreht. Sie ist inzwischen so bekannt, dass sie sogar in Kreuzworträtseln vorkommt ( siehe "Ali ... und die 40 Räuber").

 

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