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Wann und wo starb Till Eulenspiegel?

Till Eulenspiegel war der freche und lustige Narr, der mit seiner Geisteskraft, seinem Durchblick und Witz den Mitmenschen überlegen schien und so ihre Schwächen auf witzige und schlaue Weise zum Vorschein brachte. Die Figur aus dem Mittelalter, die nicht nur in Deutschland bekannt ist, soll bei Braunschweig geboren sein und dort gelebt haben. Till Eulenspiegel starb angeblich in Mölln. Doch gab es diesen Mann tatsächlich? Was weiß man heute über sein Leben und seinen Tod?

 

Leben und Tod von Till Eulenspiegel

Heute können wir mit Sicherheit sagen, dass es ausreichend Belege für die Existenz eines Mannes dieses Namens im 14. Jahrhundert gibt. In Braunschweig gab es diesen Familiennamen um die Mitte des 14. Jahrhunderts, jedoch konnte bis jetzt nicht nachgewiesen werden, dass diese Menschen etwas mit der Figur Till Eulenspiegel zu tun hatten.

Till Eulenspiegel Stadt Mölln - hier starb Till Eulenspiegel

Im 15. Jahrhundert kommt dieser Name auch in den Soester Stadtrechnungen vor. Dem Volksbuch zufolge wurde der Schalknarr Dil Ulenspegel (niederdeutsch) um das Jahr 1300 in Kneitlingen bei Braunschweig geboren. Till Eulenspiegel starb angeblich im Jahre 1350 im Heilig-Geist-Hospital in Mölln.

 

Die älteste Ausgabe des Eulenspiegelbuches

Die älteste Ausgabe des Eulenspiegelbuches vom Schriftsteller Hermann Bote stammt aus dem Jahr 1510. In diesem Volksbuch wird neben den derben und komischen Späßen von Till Eulenspiegel auch über seinen Geburtsort und seinen Tod berichtet. Till Eulenspiegel starb dem Volksbuch nach im Jahr 1350 in Mölln.

Im Volksbuch befinden sich 96 Geschichten, in denen es um die brillanten Streiche des Bauernsohns geht. Der Witz war, dass er die Worte seiner Herren wörtlich nahm und ihnen auf seine närrische Weise schadete. Diese Methode war verblüffend einfach, dennoch sehr wirksam und leicht verständlich.

Was ihn außerdem zu einer der beliebtesten Figuren auch außerhalb Deutschlands machte und immer noch macht, ist die Tatsache, dass seine Rache wirklich jeden betrifft. Er ergreift für niemanden Partei und macht sich gleichermaßen über jeden lustig. Von seinen Streichen sind sowohl Adelige als auch das abergläubische Volk und sogar die Kirche betroffen.

So machte er sich nicht besonders beliebt bei seinen Mitmenschen und führte ein rastloses Leben bis zu seinem Tod in Mölln. Der Überlieferung zufolge endete im Pestjahr 1350 sein Weg in Mölln, wo Till Eulenspiegel starb. Er soll nach seinem Tod auf dem Kirchberg begraben worden sein, wo ein Gedenkstein errichtet wurde.

 

Mölln – der Ort, wo Till Eulenspiegel starb

Mölln, der Ort, wo Till Eulenspiegel sterben musste, hält die Erinnerungen an den bekannten Narren aufrecht. Es war noch nie leicht jemandem seine Fehler, Sünden und Eitelkeiten in einem Spiegel vorzuhalten – vor allem im Mittelalter und das als Narr. Doch Till Eulenspiegel tat genau dies.

Er prangerte die spätmittelalterliche Gesellschaft ohne Erbarmen an. Er versuchte den bestechlichen Adel, die Kirche, aber auch die selbstzufriedenen Bürger zu demaskieren. Aus diesem Grund lebt der Mythos um diesen Narren und seine witzigen und klugen Streiche mehrere hundert Jahre, auch wenn man schwer Beweise für sein Leben und seinen Tod findet.

Mölln gilt seit seinem Tod als Eulenspiegelstadt, wo alle drei Jahre auf dem historischen Marktplatz die beliebten Eulenspiegel-Festspiele aufgeführt werden. Außerdem tut die Stadt alles, um die Erinnerung an ihren Bürger zu erhalten. So begegnet man Till Eulenspiegel an jeder Ecke in Mölln in Form von Konterfei, Backware, Marzipan, Glücksbringer auf Puzzles, Schlüsselanhänger und in Bilderbüchern.

Es gibt außerdem einen Eulenspiegel-Brunnen, ein Museum und einen Gedenkstein in Nähe der Kirche St. Nicola, wo Till Eulenspiegel starb. Solltest Du mal Mölln besuchen, musst Du diese Orte unbedingt erkunden!

 

Fazit – Till Eulenspiegel auch nach dem Tod zeitlos

Obwohl die Geschichten vom Leben und Tod des Till Eulenspiegels nicht nachgewiesen werden können, bleibt diese Figur mit ihren Streichen zeitlos bestehen. Till Eulenspiegel wird damit zu einer dichterischen Gestalt, mit der sich auch andere Kunstarten beschäftigen.

 

 

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