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Der junge Schelm

Till Eulenspiegel schaffte es schon als kleiner Junge, durch Streiche und Ungezogenheiten viele seiner Mitmenschen zu amüsieren und manche davon auch auf die Palme zu bringen. Die Anzahl derjenigen Mitmenschen, die sich über seine ausgestreckte Zunge oder Grimassen beschwerten, stieg und stieg weiter an.

Mittlerweile kamen die Beschwerden auch bei Tills Eltern an, die sich darüber aufregten und gleichzeitig wunderten. Eines Tages kam Tills Vater zu seinem Sohn und wollte wissen, warum sich denn so viele über ihn aufregten.

Wer war Till Eulenspiegel

Der junge Till setzte sofort eine Unschuldsmiene und schwur auf vor seinem Vater, dass ihn seine Mitbürger zu Unrecht beschuldigen würden. Er ging sogar so weit, dass er seinem Vater einen Beweis liefern wollte. Dazu müsse der Vater nur auf seinem Pferd durch das Dorf reiten und den Jungen hinter sich setzen. Till werde sich still verhalten und die Leute werden trotzdem über ihn schimpfen, so sagte es Till seinem Vater voraus.

Der Vater wollte es tatsächlich wissen und willigte ein. Er holte sein Pferd aus dem Stall, setzte sich und seinen Sohn hinter sich und ritt durch das Dorf. Die Leute im Dorf reagierten genauso, wie es der Junge vorhergesagt hatte. Manch einer blieb stehen und lachte, andere schüttelten nur den Kopf und einige schimpften und regten sich über den Knaben auf.

Der quirlige Junge saß jedoch nicht etwa ruhig hinter seinem Vater, sondern streckte den Menschen im Dorf die Zunge heraus und zog Grimassen. Doch was der Vater sah, war sein junger Sohn, der brav hinter ihm saß und keiner Seele etwas zuleide tat. Allerdings kannte der Vater seinen Sohn und vermutete, dass sich doch etwas hinter der ganzen Sache verberge. Aus diesem Grund entschied er sich, seinen Sohn vor sich auf das Pferd zu setzen und so auf nun mal sicher zu gehen.

Doch Eulenspiegel war sogar als kleiner Junge so raffiniert, dass er es dennoch schaffte, Grimassen zu ziehen. Obwohl er direkt vor seinem Vater saß, bemerkte dieser das Verhalten seines Sohnes nicht. Die Leute im Dorf riefen dem Vater zu, dass sein Sohn ein Lausbub wäre und ein unnützer Schelm.

Der arme Vater war ganz verwirrt und traurig darüber, dass sein Sohn anscheinend in einer Unglücksstunde geboren wäre. Welche andere Erklärung könnte es sonst dafür geben, dass die Leute über ihn schimpfen, obwohl er doch so brav sei?

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